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Datenmenge der Startseite

Wie viele Daten und Anfragen lädt die Startseite beim ersten Aufruf auf dem Smartphone, und was bedeutet das für Ladezeit und CO₂?

Was wir prüfen

Wir laden die Startseite in einem echten Browser in Smartphone-Grösse, ohne Zwischenspeicher und ohne etwas anzuklicken, und zählen, was dabei übertragen wird:

  • Datenmenge: alle Dateien samt Übertragungsköpfen. Über 2 MB gibt es einen Hinweis, über 4 MB eine Warnung, über 8 MB einen schweren Mangel.
  • Anfragen: jede Datei ist eine Anfrage an einen Server. Über 100 gibt es einen Hinweis, über 200 eine Warnung.

Im Bericht siehst Du zusätzlich, wie viel auf Bilder, Videos, Skripte, Stylesheets und Schriften entfällt, die grössten Dateien jeder Art (auch ein automatisch startendes Video zählt) und eine Schätzung der CO₂-Emissionen pro Aufruf. Die Schätzung fliesst nicht in die Note ein.

Warum das wichtig ist

Die Datenmenge ist die einfachste Grösse, an der sich die Geschwindigkeit einer Website erkennen lässt. Jedes Megabyte muss durch das Mobilfunknetz, bevor die Seite steht. Im Zug, auf dem Land oder im Ausland mit gedrosseltem Tarif sind 5 MB eine Geduldsprobe, und viele Besucher brechen ab, bevor sie das Angebot gesehen haben.

Die Anzahl Anfragen wirkt ähnlich: Jede Anfrage hat eine Wartezeit, auch wenn die Datei klein ist. Hundert kleine Dateien laden langsamer als zehn mittlere. Typische Treiber sind Plugins, die je eigene Skripte und Stylesheets laden, mehrere Schriftschnitte, Icon-Sammlungen und eingebettete Dienste wie Karten, Chats und Social-Media-Widgets.

Dazu kommt der Stromverbrauch. Übertragen, speichern und anzeigen braucht Energie in Rechenzentren, Netzen und auf den Geräten der Besucher. Eine Startseite mit 0.5 g CO₂e pro Aufruf statt 2 g ist bei 10'000 Aufrufen im Monat ein spürbarer Unterschied. Öffentliche Ausschreibungen verlangen zunehmend ressourcenschonende Websites nach den Web Sustainability Guidelines.

So behebst Du es

  1. Bilder: Die grösste Position auf fast jeder Website. Verkleinern, als WebP oder AVIF speichern, Lazy Loading unterhalb des ersten Bildschirms. Mehr dazu im Artikel zu Bildern.
  2. Videos: Kein automatisch startendes Hintergrundvideo auf der Startseite. Wenn doch, kurz, klein, stark komprimiert und nur auf grossen Bildschirmen.
  3. Skripte und Plugins: Deaktiviere, was nicht gebraucht wird. Jedes WordPress-Plugin, jeder Chat, jedes Tracking-Tool lädt mit. Lade Karten und Videos erst auf Klick.
  4. Schriften: Zwei Schnitte reichen meist (normal, fett). Jeder weitere Schnitt und jede weitere Schriftfamilie kostet 20 bis 100 KB.
  5. Komprimierung und Caching: Mit Brotli oder Gzip und langen Cache-Zeiten wird der zweite Aufruf fast kostenlos. Mehr dazu in den Artikeln zu Komprimierung und Caching.

WordPress

Plugins wie «Asset CleanUp» oder «Perfmatters» zeigen, welche Skripte und Stylesheets auf welcher Seite laden, und schalten sie gezielt ab. Caching-Plugins wie WP Rocket fassen Dateien zusammen.

Wix, Jimdo, Squarespace

Die Baukästen optimieren Bilder und Skripte selbst. Was sich selbst steuern lässt: weniger Abschnitte, Galerien und Einbettungen auf der Startseite, kein Hintergrundvideo.

So prüfst Du es selbst

Öffne die Entwicklertools (F12), Reiter «Netzwerk», schalte den Cache aus («Cache deaktivieren») und lade die Seite neu. Unten in der Leiste stehen die Anzahl Anfragen und die übertragene Datenmenge. Sortiere nach Grösse, um die grössten Dateien zu finden. Werkzeuge wie websitecarbon.com schätzen das CO₂ nach demselben Modell.

Häufige Fragen

Wie wird die CO₂-Menge berechnet?

Nach dem Sustainable Web Design Model (Version 4): Die übertragenen Daten werden mit dem Energiebedarf von Rechenzentren, Netzen und Endgeräten (0.3 kWh pro GB, Betrieb und Herstellung) und dem weltweiten Strommix (494 g CO₂e pro kWh) multipliziert. Es ist eine Schätzung für einen ersten Aufruf ohne Zwischenspeicher, keine Messung.

Der Hoster läuft mit Ökostrom. Zählt das?

Für den Anteil des Rechenzentrums ja, das ist aber nur rund ein Fünftel. Der grössere Teil entfällt auf Netz und Endgeräte der Besucher. Weniger Daten helfen überall; grüner Strom beim Hoster hilft zusätzlich.

Ist 2 MB nicht wenig für eine moderne Website?

Der Median aller Websites liegt etwa dort, gut gemachte Startseiten liegen darunter. Entscheidend ist, was beim ersten Aufruf nötig ist: Ein grosses Titelbild in WebP wiegt 150 KB, ein Hintergrundvideo 5 MB.

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