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TTFB (Time to First Byte)

Wie lange braucht der Server bis zum ersten Byte der Antwort auf einen Seitenaufruf?

Was wir prüfen

Wir rufen die Startseite dreimal hintereinander auf und messen jedes Mal die Zeit vom Abschicken der Anfrage bis zum ersten Byte der Antwort, die «Time to First Byte» (TTFB). Aus den drei Werten nehmen wir den Median, damit einzelne Ausreisser nicht zählen.

In der Expertenansicht des Berichts siehst Du jede Messung einzeln, aufgeteilt in DNS-Auflösung, TCP-Verbindung, TLS-Handshake und Server-Wartezeit, dazu die Spannweite und die Standardabweichung. Eine grosse Streuung deutet auf einen Server hin, der mal aus dem Cache antwortet und mal die Seite neu berechnet. Meist läuft die Messung über eine Verbindung, die schon offen ist; dann ist die TTFB praktisch die Server-Wartezeit.

  • bis 0.8 Sekunden: gut
  • über 0.8 Sekunden: Warnung
  • über 1.8 Sekunden: schwerer Mangel

Warum das wichtig ist

Bevor der Browser irgendetwas anzeigen kann, muss der Server antworten. Solange er rechnet, sehen Besucher nur eine weisse Seite. Jede Zehntelsekunde hier verzögert alles, was danach kommt: Text, Bilder, Gestaltung.

Eine langsame Serverantwort hat fast immer einen dieser Gründe:

  • Kein Seiten-Cache: Ein CMS wie WordPress baut jede Seite bei jedem Aufruf neu aus der Datenbank zusammen. Mit vielen Plugins dauert das.
  • Überlastetes Shared Hosting: Günstige Pakete teilen sich einen Server mit hunderten anderen Websites.
  • Veraltete PHP-Version: Neuere PHP-Versionen sind deutlich schneller als alte.
  • Langsame Plugins oder Erweiterungen, die bei jedem Aufruf externe Dienste abfragen.

So behebst Du es

1. Seiten-Cache einrichten

Ein Cache speichert die fertige Seite und liefert sie beim nächsten Aufruf direkt aus. Das bringt oft den grössten Gewinn.

  • WordPress: WP Rocket, LiteSpeed Cache (auf LiteSpeed-Servern) oder WP Super Cache. Manche Hoster haben einen eigenen Cache eingebaut, der im Kundenbereich eingeschaltet wird.
  • Andere CMS: TYPO3, Joomla und Drupal haben eingebaute Caches. Prüfe, ob sie aktiv sind.
  • Website-Baukästen wie Wix oder Squarespace kümmern sich selbst darum. Hier lässt sich wenig tun.

2. PHP aktualisieren

Wähle im Hosting-Panel die neueste PHP-Version, die das CMS unterstützt. Teste danach die Website.

3. Plugins ausmisten

Deaktiviere testweise Plugins, die nicht unbedingt nötig sind, und miss erneut. Werkzeuge wie «Query Monitor» zeigen in WordPress, welches Plugin wie viel Zeit kostet.

4. Hosting überprüfen

Bleibt die Antwortzeit trotz Cache hoch, ist das Hosting-Paket zu klein oder der Server überlastet. Frag den Anbieter nach einem Wechsel auf ein leistungsfähigeres Paket oder vergleiche Anbieter.

So prüfst Du es selbst

Öffne die Entwicklertools (F12), Reiter «Netzwerk», und lade die Seite neu. Klick auf die erste Zeile (das HTML-Dokument) und dann auf «Timing». Der Wert «Waiting for server response» bzw. «Warten» ist die Server-Wartezeit. Die TTFB ist die Summe bis dahin, also mit DNS, Verbindungsaufbau und TLS.

Häufige Fragen

Ist ein teureres Hosting-Paket die Lösung?

Manchmal. Häufiger hilft ein Seiten-Cache: Dann muss der Server die Seite nicht bei jedem Aufruf neu zusammenbauen. Erst wenn das nicht reicht, lohnt sich ein grösseres Paket oder ein anderer Anbieter.

Spielt der Standort des Servers eine Rolle?

Ja, aber weniger als man denkt. Ein Server in der Schweiz oder im nahen Ausland ist für Schweizer Besucher ideal. Ein Server in den USA kostet pro Verbindung etwa 0.1 bis 0.2 Sekunden zusätzlich.

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